| PISA hat die soziale Chancenungerechtigkeit des deutschen Schulsystems massiv kritisiert. Wie könnte ein Kerncurriculum dieses Problem lösen?
Indem ein Kerncurriculum verbindlich ist. Man muss es deutlich sagen: Ein Kerncurriculum ist nur ein Instrument in einem Konzert von Instrumenten, die nötig sind um Schule zu verändern.
Verbindlichkeit ist eines der zentralen Merkmale des Kerncurriculums, das mir vorschwebt. Lehrerinnen und Lehrer und die Schule sind dafür verantwortlich, dass die Vorgaben umgesetzt werden.
Im Moment haben Lehrer noch einen sehr naturalistischen Begabungsbegriff: Die meisten Schüler sind eben einfach nur durchschnittlich, dann gibt es noch ein paar sehr gute Schüler, die auch als Beweis für eine gute Schule dienen und dann gibt es noch die zwanzig Prozent, die eben zu blöd sind zum Lernen.
Lehrerinnen und Lehrer sind meist zufrieden, wenn sie diese vermeintliche Normalverteilung abbilden. Dagegen votiert die Idee des Kerncurriculums.
Das pädagogische Credo lautet: Alle Kinder können lernen. Ein Kerncurriculum würde deshalb die Idee von Schule auf die Füße stellen.
Was ist das für eine Pädagogik, die nur denen etwas beibringt, die ohnehin von Haus aus alles Nötige mitbringen?
Das ganze Interview mit Prof. Wolfgang Böttcher lesen Sie unter:
http://bildungplus.forum-bildung.de/templates/imfokus_inhalt.php?artid=174
Autor: Udo Löffler Datum: 27.03.2003 © Bildung Plus
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