| Gemeinsame Erklärung von Bundeselternrat, BundesschülerInnenvertretung sowie Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft
Eltern, SchülerInnen und PädagogInnen begrüßen das - endlich - erwachte öffentliche Interesse an Ganztagsschulen. Eine kürzlich erschienene Studie des Max-Plack-Instituts für Bildungsforschung sagt, dass über 70 Prozent der nicht erwerbstätigen Mütter gerne eine Erwerbsarbeit aufnähmen, wenn es ein ausreichendes Ganztagsangebot zur Versorgung ihrer Kinder gäbe. Dem großen Bedarf auf Elternseite steht derzeit jedoch lediglich ein Angebot von ca. fünf Prozent Ganztagsschulen in Deutschland gegenüber. Die Bundesregierung hat angekündigt, in den nächsten vier Jahren die Entwicklung von ca. 10.000 Ganztagsschulen mit vier Milliarden EUR unterstützen zu wollen. Dadurch könnte jede dritte bis vierte Schule eine Ganztagsschule werden. Dies wäre ein richtiger Schritt zu einer bedarfsgerechten Versorgung. Nach geltender Rechtslage handelt es sich bei den Bundesgeldern um reine Investitionszuschüsse. D.h. diese können für bauliche Maßnahmen, für Einrichtungen und Ausstattung eingesetzt werden. Personalkosten sind damit nicht zu finanzieren. Deshalb ist eine gemeinsame Kraftanstrengung von Bund, Ländern und Kommunen notwendig. GEW, BER und BSV fordern daher Länder und Kommunen auf, den Impuls der Bundesregierung positiv aufzugreifen, zielgerichtet umzusetzen und wahltaktischen Überlegungen keinen Raum zu geben.
Wozu Ganztagsschulen?
... aus Sicht der Kinder und Jugendlichen
Kinder und Jugendliche haben Rechte, Pflichten und Bedürfnisse. Sie müssen zur Schule gehen und sollen dort lernen. Deshalb haben sie das Recht auf eine Schule, in die sie gerne gehen. Sie wollen akzeptiert, gefordert, unterstützt und in ihren Begabungen wahrgenommen werden. Sie wollen von und mit Gleichaltrigen lernen und sich in kulturellen, sozialen und politischen und künstlerischen Initiativen und Projekten engagieren. Unabhängig vom Geldbeutel der Eltern sollen sie Zugang zu anregenden und interessanten Freizeitaktivitäten haben. Lernen erfordert viel Zeit, mehr als den deutschen Schulen an Lernzeit zur Verfügung steht. Kinder und Jugendliche wollen genügend Zeit zum Lernen haben. Dazu gehört auch, dass man ihnen zuhört, dass sie anerkannt und verstanden werden und Zeit und Zuwendung bekommen. Deshalb brauchen Kinder und Jugendliche Ganztagsschulen.
.... aus Sicht der Eltern
Viele Eltern müssen oder wollen erwerbstätig sein. Sie sollen dabei kein schlechtes Gewissen haben müssen. Deshalb sollen ihre Kinder in guten Schulen versorgt werden. Kinder sollen ein warmes gesundes Mittagessen bekommen, unter Gleichaltrigen aufwachsen, mit ihnen lernen und ihre Freizeit verbringen und nicht zu Hause isoliert fernsehen oder Computer spielen. Viele Eltern wollen ihre Nachmittage zudem nicht damit zubringen, ihre Kinder zu deren verschiedenen Freizeitaktivitäten zu chauffieren. Eltern erwarten Schulen, in denen die Talente, Begabungen und Potenziale ihrer Kinder entdeckt und gefördert werden. Sie wollen Rat, Unterstützung und Hilfe wenn etwas schief läuft. Eltern brauchen das Gespräch mit "Profis" über die Entwicklung ihrer Kinder. Deshalb wollen Eltern Ganztagsschulen.
... aus Sicht der Gesellschaft
Die Gesellschaft braucht Ganztagsschulen, weil hier Chancengleichheit Wirklichkeit werden kann. Damit wird eine Förderung aller Kinder möglich, die nicht überwiegend von den gesellschaftlichen und finanziellen Möglichkeiten der Eltern abhängig ist. Begabungen, Potenziale und Talente der jungen Generation können besser zur Entfaltung gebracht werden, Hilfe kann rechtzeitig einsetzen, Probleme können besser bearbeitet werden. Hochbegabte können zudem umfassender gefördert werden. Es ist genügend Zeit vorhanden, um gemeinsam mit LehrerInnen, SozialpädagogInnen und SchulpsychologInnen sowie anderen Mitarbeitern der Schule, Initiativen zu entwickeln und Probleme zu bearbeiten. Ganztagsschulen könnten der Kern kommunaler Bildungszentren werden, wo sich Schulleben und kommunales Leben miteinander verbinden und eine Vernetzung der kommunalen Angebote endlich möglich wird. Die Bedeutung von Schulen würde sichtbar. Bildung und Lernen erhielten einen anderen Stellenwert und eine andere Wertschätzung. Deshalb braucht die Gesellschaft Ganztagsschulen.
....aus Sicht der PädagogInnen
Das Rollenverständnis der Lehrerinnen und Lehrer ist in einem tiefgreifenden Wandel begriffen. Viele SchulpädagogInnen haben bereits heute eine ganzheitliche Vorstellung von Bildung, Erziehung und Persönlichkeitsentwicklung, weil sie wissen, dass sie junge Menschen und nicht Fächer unterrichten. Sie wollen mehr Zeit, um die Entwicklung und die Lernprozesse ihrer SchülerInnen zu unterstützen und zu begleiten. Sie brauchen mehr Zeit für unterschiedliche Lernformen: zum Beispiel für Schülerfirmen, Projekte und Erfinderclubs, Theater, soziale Aktivitäten. Sie suchen Alternativen zum stofforientierten "Durchnehm-Vormittagsunterricht" im 45-Minuten-Takt. Für diese Pädagogik brauchen sie außer Zeit auch Pädagogenteams, die "an einem Strang ziehen", die gleiche Zielen haben und den Austausch untereinander und mit den SchülerInnen für erforderlich halten. Immer mehr Lehrerinnen und Lehrer wollen Schulen mit einem guten Schulklima. Deshalb brauchen PädagogInnen Ganztagsschulen.
Wir wollen Ganztagsschulen als Impuls für Schulreform
Wir wollen attraktive Ganztagsschulen, wo alle gerne lernen, leben und arbeiten. Wir wollen keine Billiglösungen: Vormittags Paukunterricht im 45-Minuten-Takt, nachmittags lieblos aneinandergereihte Betreuungsangebote, fades Mittagessen, lustlose SchülerInnen und überforderte LehrerInnen. Wir wollen Ganztagsschulen als Orte von Kommunikation und Kooperation, wo Kinder und Jugendliche Lernanreize erhalten, zur Leistung motiviert werden, sich wohl und geborgen fühlen, wo sie "Demokratie lernen und erleben können". Aber nicht weil das Prinzip "Heile Welt" herrscht und keine Anforderungen gestellt werden. Eher im Gegenteil: weil Kinder und Jugendliche lernen, Probleme zu lösen, Leistung zu erbringen, Frustrationen auszuhalten und Anforderungen zu bearbeiten, Verantwortung für sich selbst und andere zu übernehmen. Die jungen Menschen und ihre individuellen Persönlichkeits-, Lern- und Leistungsentwicklungen stehen im Vordergrund. Nicht Konkurrenz und das Recht des Stärkeren sollen den Ton angeben. Unterstützung und Hilfe sollen so gut sein wie die Erwartungen und das Vertrauen in die Leistungsfähigkeit hoch sind.
Ohne verbindliche Qualitätsstandards geht es nicht
Wir sind keine Traumtänzer. Wir wissen, dass in Deutschland große Anstrengungen notwendig sind, um diesen positiven Entwurf von Ganztagsschulen zu verwirklichen. Wir wissen, dass es Vorbehalte bei LehrerInnen, SchülerInnen und Eltern gibt. Konzepte und Umsetzung sollen deshalb überzeugen und Vorbildfunktion übernehmen. Ganztagsschulen dürfen nicht langweiligen Unterricht über den ganzen Tag verteilt praktizieren. Sie müssen auch für gut situierte und bildungsbewusste Eltern ein erstrebenswertes Angebot sein, das mehr bietet, als die bisherigen privaten Freizeitangebote. Die LehrerInnen müssen auf die veränderten Anforderungen vorbereitet werden, damit ihre Belastung nicht weiter steigt. Damit nicht lieblos geführte und schlecht ausgestattete Ganztagsschulen ein notwendiges und pädagogisch sinnvolles Schulprojekt in Misskredit bringen, formulieren wir im folgenden Standards für die Einrichtung und Entwicklung von Ganztagsschulen. Wir lassen uns dabei vom Konzept "gebundener" Ganztagsschulen leiten, wohl wissend, dass es für eine längere Übergangszeit auch andere Angebote geben wird.
Bedarfsgerecht und kooperativ
Die Kommunen sollen bei der Einrichtung von Ganztagsschulen folgende Grundsätze beherzigen: Das Angebot soll bedarfsgerecht sein. Es soll für SchülerInnen aller Schulformen offen stehen. Ganztagsschulen dürfen nicht das Etikett "Benachteiligtenschule" erhalten noch einer "Leistungselite" vorbehalten sein. Kleine Schulen sollen bei der Nutzung von Ganztags- und Freizeiteinrichtungen kooperieren. Schulentwicklungs- und Jugendhilfepläne müssen harmonisiert werden. Einrichtungen der Jugendhilfe, die bereits pädagogisch qualifizierte Angebote für Schülerinnen und Schüler machen, sollen unter dem gemeinsamen Dach eines "kommunalen Bildungszentrums" mit den Schulen besser vernetzt werden. Ziel ist die Zusammenführung der Einrichtungen.
Breiter Rückhalt und Freiwilligkeit, keine Beliebigkeit
Ganztagsschulen brauchen einen breiten Rückhalt in der Kommune und in der Schulgemeinde. Entscheidungen sollen mit sicheren Mehrheiten gefasst werden. Gegen den Willen der Mehrheit lässt sich keine gute Schule entwickeln. Wir raten dazu, dem Grundsatz der Freiwilligkeit weitestgehend zu folgen. Weder Eltern, SchülerInnen noch LehrerInnen sollen zum jetzigen Zeitpunkt zum Ganztagsbetrieb "gezwungen" werden. Besser ist es, sie durch gelungene Vorbilder zu überzeugen. Freiwilligkeit darf jedoch nicht mit Beliebigkeit verwechselt werden. Fällt die Entscheidung für die verbindliche Ganztagsschule, so ist ihr Besuch obligatorisch. Das heißt: Die Schulpflicht besteht dann grundsätzlich auch am Nachmittag. Entscheiden sich Schulen / Schulträger für ein Wahlangebot, so empfehlen wir, die Schule soweit als möglich, in mindestens zwei Zügen zu führen, wobei ein Zug ein obligatorischer Ganztagszweig sein soll. Die SchülerInnen bzw. die Eltern treffen ihre Entscheidung zu Schuljahresbeginn. Diese Entscheidung kann erst nach Ablauf des Schuljahres verändert werden. Nur so ist es möglich, den Ganztag als Impuls für Schulreform zu nutzen. Sind die Schulen zu klein um verschiedene Zweige einzurichten, können Schulkooperationen auch über die Schulformen hinweg sinnvoll sein. Modelle, in denen ein Teil der Lerngruppe ganztags und ein Teil halbtags die Schule besucht, sind unserer Ansicht nach keine Ganztagsschulen sondern Betreuungsmaßnahmen. Pädagogisch fragwürdige Billiglösungen, die Etikettenschwindel unter dem Label "Ganztagsschule" betreiben, unterstützen wir nicht. Wo sie bereits bestehen, empfehlen wir ihre Weiterentwicklung zu pädagogisch qualifizierten Ganztagsschulen.
Gebührenfreiheit
Der Besuch von Ganztagsschulen muss gebührenfrei sein. Ein Beitrag für Verpflegung kann erhoben werden. Ggf. können auch regionale bzw. kommunale Jugendstiftungen gegründet werden, die zur Finanzierung beitragen. Auf keinen Fall darf es vom Einkommen der Eltern abhängen, ob Kinder und Jugendliche Ganztagsschulen besuchen können.
Schulprogramm und "Philosophie" der Schule müssen zu einer Ganztagsschule passen
Ganztagskonzept, Schulprogramm und die "Philosophie" der Schule müssen zueinander passen. Es ist sinnvoll, durch Eltern-, Schüler- und Lehrerbefragungen die Vorstellungen und Bedürfnisse zu ermitteln. Dabei ist es wichtig, dass gemeinsame Ziele und Vorstellungen entwickelt werden. Welche "Schulphilosophie" empfehlen wir? Ganztagsschulen sollen demokratische Schulen mit hohen Leistungserwartungen sein, in denen Demokratie gelebt und gelernt wird, in denen Integration groß geschrieben und Chancengleichheit angestrebt wird, in denen niemand "hängen bleibt" und niemand hängen gelassen wird. Die jungen Menschen und ihre individuellen Persönlichkeits-, Lern- und Leistungsentwicklungen stehen im Vordergrund, ihre Talente und Interessen werden gefördert und unterstützt und selbst verantwortetes und selbst gesteuertes Lernen nehmen einen breiten Raum ein; Lernprobleme werden bearbeitet, sobald sie sichtbar werden, Schüler und Schülerinnen werden unterstützt und auch in Teilbereichen gefördert. Das System passt sich den Menschen an. Leben und Lernen werden als sinnvolle Einheit erfahren. Die Auseinandersetzung mit den zentralen Fragen und Problemen unserer Zeit und wie man damit umgeht gehören zum selbstverständlichen Auftrag der Schule. Aktive und kooperative Problem- und Konfliktbearbeitung sind ein Markenzeichen.
Lernen und Arbeiten rhythmisieren
Der ganztägige Aufenthalt in Schulen verlangt und ermöglicht eine Weiterentwicklung der traditionellen Lehr- und Lernkultur. Es zählt zur notwendigen Qualitätsentwicklung, dass stärker aktivierende und motivierende Lernarrangements angeboten werden und das Lernen neu zu rhythmisieren. Dazu zählen fächerübergreifendes bzw. fächerverbindendes Lernen, selbst verantwortetes und selbst gesteuertes Lernen in Wochenplanarbeit und Freiarbeit, Lernen an außerschulischen Lernorten. Übungsphasen, Projektphasen, Ruhephasen und Freizeitaktivitäten ebenso wie die "direkte Instruktion" (Weinert) sollen sich dabei sinnvoll abwechseln. Beratung, Hilfe und Unterstützung durch Erwachsene und MitschülerInnen bekommen einen festen Ort im Organisationskonzept der Schule.
Genügend qualifiziertes und motiviertes Personal
Die Entwicklung von Schulen zu Ganztagsschulen setzt genügend qualifiziertes Personal voraus. Grundsätzlich ist davon auszugehen, dass der Ganztagsschulbetrieb an 4 Tagen bis 16.00 Uhr geht. Bei entsprechender Bedarfssituation sind flexible Angebote vor Unterrichtsbeginn und nach 16.00 Uhr sowie am fünften Nachmittag vorzuhalten. Bei vier Nachmittagen ist im Sekundarbereich von einem zusätzlichen Stellenbedarf von ca. 30 Prozent, im Grundschulbereich wegen der geringeren obligatorischen Stundenzahl von ca. 45 Prozent auszugehen. Die Einzelschule definiert ihren Personalbedarf nach LehrerInnen- und SozialpädagogInnen-Stellen. Die Arbeit der LehrerInnen und SozialpädagogInnen ist aufeinander abzustimmen. Sie sind MitarbeiterInnen der Einzelschule und koordinieren ihre Arbeit in Konferenzen. Die längere Anwesenheit in der Schule darf für die PädagogInnen nicht zu einer weiteren Erhöhung der Gesamtarbeitszeit und der Arbeitsbelastung führen. Der Arbeitsplatz Schule muss verlässliche Beschäftigungsverhältnisse bieten. Schul- und SozialpädagogInnen müssen in Aus- und Fortbildung auf das gemeinsame Arbeiten im Ganztagsbetrieb vorbereitet werden. Veränderte Formen des Lehrens und Lernens in Ganztagseinrichtungen, das Arbeiten in heterogenen Lerngruppen und mit alternativen Lernformen sowie die verstärkte Zusammenarbeit im Team mit anderen Professionen müssen trainiert werden. Eine ausreichende Personalausstattung und gute Qualifikationen sind auch für das technische Personal unabdingbar. Hausmeister, Sekretariatsangestellte und Küchenkräfte haben eine nicht zu unterschätzende Bedeutung für ein gutes Schulklima. Keinesfalls kann hingenommen werden, wenn bei der Gebäudereinigung eine unzureichende Personalsituation herrscht. Wir lehnen im Interesse der Qualitätsentwicklung von Schulen alle Versuche ab, schulpädagogische und sozialpädagogische Fachkräfte durch pädagogisch nicht ausgebildetes Personal zu ersetzen.
Die Angebote außerschulischer Kooperationspartner müssen "passen"
Es ist sinnvoll, im Rahmen der Öffnung von Schule Kooperationen mit Hochschulen, Volkshochschulen, Sportvereinen, Musik- und Kunstschulen, Nachhilfeeinrichtungen und Sprachenschulen sowie mit sonstigen Bildungseinrichtungen (Gewerkschaften, Kirchen, Wirtschaftsverbänden) einzugehen. Allerdings müssen deren Angebote zum Schulprogramm und zur "Philosophie" der Schule passen. Für Kooperationspartner gelten die gemeinsamen Zielstellungen und die verabredeten Verbindlichkeiten der Schule. Eine Steuerungsgruppe unter Leitung der Schule koordiniert die Arbeit der Kooperationspartner.
Zusammenarbeit mit Unterstützungseinrichtungen
Ganztagsschulen benötigen ein enges Netz der Zusammenarbeit mit Unterstützungseinrichtungen (Einrichtungen der Jugendhilfe, Sozialdienste, Schulpsychologischer Dienst, Kinderärzte, Institute für Schul- und Qualitätsentwicklung, Fort- und Weiterbildungseinrichtungen, Ernährungs- und Gesundheitsdienste). Durch die ganztägige Anwesenheit der Kinder und Jugendlichen in der Schule bekommen zum Beispiel Ernährungs- und Gesundheitsfragen einen noch viel größeren Stellenwert als in der Halbtagsschule. Die pädagogische Qualitäts- und Schulentwicklung gewinnen existenzielle Bedeutung.
Ganztagsgemäße Raumressourcen, Lehr- und Lernmittel Eine freundliche und inspirierende Lern- und Arbeitsatmosphäre, die zum Lernen und Wohlfühlen einlädt, ist für Ganztagsschulen noch wichtiger als für Halbtagsschulen. Dazu gehört auch, dass die Bestimmungen des Arbeits- und Gesundheitsschutzes eingehalten werden. Das gilt für die Arbeit an Bildschirmen ebenso wie für Lärm- und Atemschutz. Für die verschiedenen Funktionsbereiche müssen Räume und Flächen geschaffen werden. Es muss nicht alles "sofort fertig" sein. Aber auf Dauer angelegte Provisorien auf zu geringem Raum sind weder funktional noch akzeptabel. Wenn möglich, soll mit Einrichtungen der Jugendhilfe kooperiert werden. Und das wird gebraucht: - Lernen: Stammräume für Lerngruppen, Fachräume, Werkstätten, Studios, Bibliothek, Außenanlagen, (Biotop, Schulgarten...), Aufenthalts und Ruheräume, Rückzugsmöglichkeiten - Verpflegung und Gesundheit: Mensa und/oder Cafeteria, Sanitätsraum. - Spielen und Erholung: Sportanlagen, Sportflächen, Fitnessraum, Spielothek. - Begegnung und Kommunikation: Schülerclub, Sitzecken im Flurbereich, Raum der Schülervertretung, Aula, Bühne - Rückzug: Nischen zum Alleinsein, Ruhezonen, Einzelarbeitsplätze - Lehrerarbeit: Einzelarbeitsplätze mit Fachbibliothek, Telefon- und Internetanschluss, Elternsprechzimmer, Konferenzräume, Beratungszimmer
Ganztagsschule ist die Antwort einer lernenden Gesellschaft auf die Herausforderungen einer sich wandelnden Gesellschaft. Ganztagsschulen sind gesellschafts- und sozialpolitisch überfällig und pädagogisch dringend notwendig. Juni 2002 |