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SINN e.V.
aktualisiert am:
22.08.2010

Ruf nach Reform: Gemeinsam bis zur 9. Klasse

Schüler der 4. Klasse: Sie sollen bis zur 9. Klasse zusammen bleiben (Foto: dpa)
Schüler der 4. Klasse: Sie sollen bis zur 9. Klasse zusammen bleiben (Foto: dpa)
Seit die OECD-Studie Deutschland ein schlechtes Zeugnis für sein Bildungssystem ausgestellt hat, suchen Politiker fieberhaft nach Lösungen. Der Ruf nach mehr Geld ist parteiübergreifend. Doch viele halten größere Investitionen allein für nicht ausreichend. Jetzt drängen Sozialdemokraten und Grüne auf eine radikale Reform des Schulsystems.

OECD-Studie Schlechte Noten für Deutschland

Grüne: Stärker individuell fördern

"Wir wollen zu einem Schulsystem kommen, wo die Kinder neun bis zehn Jahre zusammenbleiben - aber in diesem Rahmen stärker individuell gefördert werden", sagte die Fraktionschefin der Grünen im Bundestag, Krista Sager, der "Berliner Zeitung". Zunächst die Pisa- und jetzt auch die OECD-Studie hätten gezeigt, dass Schüler so besser lernen würden als im dreigliedrigen deutschen Schulsystem.

Grafik Bildung im internationalen Vergleich

Viele Sozialdemokraten fordern "Schule für alle"
Auch in der SPD werden Forderungen nach dem Modell "Schule für alle" laut. Neben den Jusos und ostdeutschen Bildungspolitikern sprach sich die schleswig-holsteinische SPD dafür aus. Die Kultusministerin des Landes, Ute Erdsiek-Rave, sagte der "Berliner Zeitung", die rot-grüne Landesregierung werde mit diesem Thema in den Landtagswahlkampf im Februar 2005 ziehen.

Vorbild Skandinavien
Auch der Thüringer SPD-Chef Christoph Matschie hält einen grundlegenden Aufbruch in der deutschen Bildungspolitik für nötig. "Das dreigliedrige Schulsystem passt eher zu einer mittelalterlichen Ständeordnung als zu einer modernen Gesellschaft", sagte der Sozialdemokrat. "Die 'Schule für alle' ist viel erfolgreicher als wenn man die Kinder so frühzeitig sortiert." Der frühere Staatssekretär im Bundesbildungsministerium beruft sich dabei nicht nur auf die skandinavischen Schulmodelle - sondern auch auf die Erfahrungen aus der DDR-Zeit.

Schlechtes Zeugnis
Die OECD-Studie "Bildung auf einen Blick" hatte Deutschland ein schlechtes Zeugnis ausgestellt: Demnach gibt das Land zu wenig Geld für Bildung aus. Schüler werden unzureichend gefördert. Außerdem bringt Deutschland zu wenig Akademiker hervor.

OECD
Education at a Glance 2004
OECD Briefing Notes for Germany
Kurzfassung in deutscher Sprache (PDF-Datei)

GEW-Hauptvorstand, Pressemitteilung
GEW fordert unabhängige Bildungsberichterstattung und Qualitätsagentur
Konzertierte Aktion statt föderaler Kleinstaaterei - OECD-Studie stellt Bildungspolitik schlechtes Zeugnis aus

Bertelsmann-Stiftung
„OECD-Studie Education at a Glance“: Mehr Geld alleine ist nicht genug
Bertelsmann Stiftung fordert neue Prioritäten in der Bildungsfinanzierung und größeren Entscheidungsspielraum der Bildungseinrichtungen

Anna Lehmann und Christian Füller, taz (15.09.04)
Deutschland verfehlt Klassenziel
Das deutsche Bildungssystem hat im internationalen Vergleich enormen Nachholbedarf. Auf der Strecke bleiben immer noch sozial Schwache

Gleichmacherei schafft Eliten
Neue OECD-Studie zeigt den Bildungsrückstand deutscher Schulen auf. Gründe liegen bei veraltetem System und zu geringen Investitionen. Ministerin Bulmahn für „Gemeinschaftsschule“

DIE WELT (15.09.04)
Aus für das dreigliedrige Schulsystem?
Bildungspolitiker fordern eine radikale Reform des Bildungssystems. Ruf nach einer „Schule für alle“ wird lauter

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