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aktualisiert am:
22.08.2010

   Standpunkte und Orientierung - Bücher & Lesen.

 Hartmut von Hentig: Bewährung

Cover Harmut von Hentig - BewährungEs gibt bei dem Nestor der deutschen Pädagogik, Hartmut von Hentig, eine Art Geheimidee, die sich wie ein Wasserzeichen durch sein Werk zieht: Man sollte die Schule während der Pubertät aussetzen. Eine zweite, damit verwandte Grundidee heißt, dass es ein Unglück ist, nicht gebraucht zu werden. Es ist verhängnisvoll, wenn Kinder und Jugendlichen in diesem Grundgefühl, eigentlich überflüssig zu sein, aufwachsen. Diese beiden Ideen hat Hentig nun zu einem pädagogischen Manifest verwoben, dass im Carl Hanser Verlag erscheinen wird. Titel: “Bewährung - Von der nützlichen Erfahrung nützlich zu sein” (128 Seiten). Hentig schlägt darin die Entschulung der Mittelstufe und einen einjährigen Dienst an der Gesellschaft vor. Die Schüler sollen ein Jahr lang in ein Dorf - möglichst im Ausland - gehen, vielleicht auch eine Zeit lang in den Wald oder ein “soziales Jahr” machen. Sie sollen sich selbst anders als in Klassenräumen erfahren.

Greenberg, Daniel
Endlich frei!
Leben und Lernen an der Sudbury-Valley-Schule
176 Seiten
Euro 14,90
ISBN 3-936855-14-5

Es ist das weltweit radikalste Schulprojekt. Und doch zugleich das freundlichste.


In Sudbury-Valley-Schulen wird niemand zum Lernen gezwungen. Es gibt weder Tests noch Bewertungen, keinen Lehrplan und keine Klassenstufen – dafür aber Gleichberechtigung zwischen Schülern und Lehrern. Daniel Greenberg, Mitgründer der weltweil ersten Sudbury-Valley-Schule in Framingham (Massachusetts), berichtet in diesem Buch anhand zahlreicher Beispiele aus dem Alltag einer bahnbrechenden Schulform, die derzeit weltweit Raum greift. Die Sudbury Valley School in Framingham besteht seit mehr als 35 Jahren. In den USA ist sie zu einem „Erfolgsmodell“ geworden – die besten Colleges der USA reißen sich um die zumeist hoch motivierten und klar orientierten Schulabgänger. Auch weltweit sind Sudbury-Valley-Schulen gelebte Praxis: auf vier Kontinenten, in mehr als 30 Schulen. Tag für Tag – in Europa unter anderem in Holland, Dänemark und Spanien.

Inhaltsverzeichnis und Leseprobe(PDF-Datei, bis Seite 33)


An ihrem ersten Tag als Direktorin der Helene-Lange-Schule sah Enja Riegel schwarz. Das Kollegium trug Trauerkleidung. Ausnahmslos. Die Riegel sollte es nicht werden! Solchen Protest hatte es in einer Schule noch nicht gegeben.

Fast 20 Jahre später bedankte sich das Kollegium der Wiesbadener Schule zur Pensionierung ihrer Schulleiterin mit einem grandiosen Fest. Lehrer und Schüler hatten dafür ein Zirkuszelt errichtet. Ein Schatten allerdings lag über dem Abschiedsfest im Februar 2003. Während ihrer Rede erlitt Enja Riegel einen Herzinfarkt, den sie erst nicht wahrhaben wollte. War das die Quittung? War ihr Einsatz, der diese Schule gegen tausend Zweifel und Widerstände an die Spitze gebracht hatte, nicht doch zu hoch? Und ist die Helene-Lange-Schule vielleicht nur ein Extremfall, der die deutsche Regel bestätigt? Oder muss man sich nicht endlich von dem Gedanken lösen, dass es das eine richtige Modell für die gute Schule gibt?

Die Helene-Lange-Schule ist das beste Beispiel für die Befreiung von diesem Glauben an den einen Weg. Gleich einem Individuum hat sie sich auf den Weg gemacht. Daraus ist eine Biografie geworden. Sie macht ihre Geschichte, ausgehend von Bedingungen, die sie sich nicht hat aussuchen können. Den Anstoß gab Enja Riegel. Sie hat die Abkehr vom Leben im fremden Auftrag vorgelebt. Das beflügelt.

Der Schule wurde die eigene Biographie nicht geschenkt. Die erwarb sie sich gewöhnlich gegen Widerstände. Manchmal mit List. Die Schulleiterin ließ Wände einreißen und schickte Schüler während der Pubertät hinaus ins Leben. Lehrer wurden selbstständiger und arbeiten schon seit vielen Jahren in Teams. Sie gewannen Macht. Aber auch die Schulleiterin erweiterte ihre Macht. Diese Art von Macht ist keine Nullsummenspiel. Sie wird nicht verteilt, sondern produziert. Die Philosophin Hannah Arendt schrieb in diesem Zusammenhang: „Macht kommt von mögen.“ Im englischen Wort Power erklingt etwas von dieser Gestaltungsmacht, der viele in Deutschland nicht so recht trauen.

Wer die Helene-Lange-Schule in Wiesbaden betritt, findet keine Spur jener grauen Normalverwahrlosung, die in vielen Schulen als erstes auffällt. Das oberste Prinzip heißt dort: „Nicht wegsehen.“ Das betrifft die Leistungen der Schüler ebenso wie ihre Personen und den ganzen Alltag der Schule. Mit den überzeugenden Ergebnissen wuchs das Vertrauen bei Eltern, aber auch bei Behörden und vor allem in der Schule.

Wie bringt man solche Aufwärtsspiralen in Gang? Was zeichnet eine gelungene Schule aus? Wohl kaum die größtmögliche Annäherung an ein Standardmodell. Gelingen kann nur, was auch schief gehen darf. So entsteht das Eigene. „Lernende Organisationen“ erschaffen sich aus Antworten auf ihre inneren Probleme, auf äußere Störungen und nicht zuletzt auf Fehler. Darin sind sie Individuen vergleichbar. Es kommt also darauf an, dass sie mit sich selbst ins Gespräch kommen.

Wenn Schulen in ihrem Verhältnis zu sich selbst und zu ihrer Umwelt Autonomie gewinnen, dann wollen und können sie verantwortlich agieren und mit anderen Organisationen kooperieren. Haben Schulen diese Freiheit? Und wenn ja, wie weit geht sie? Geklonte Gebilde jedenfalls können nur funktionieren, nicht gelingen. 

Enja Riegel ist seit Anfang 2003 pensioniert. Inzwischen treibt sie die Gründung einer neuen Schule voran, die Schülerleistungen noch weiter steigern soll, indem sie die Regeln, Rituale und Reviere der Schule kultiviert.
Preis € 17,90
Gebunden
ISBN 3-10-062940-X
S. Fischer Verlag

Wer Lernen und Vergessen, Erfolg in Schule und Universität nicht mehr wie einen Lotteriegewinn oder eine Niete hinnehmen will, sollte sich mit diesem Buch selbst aufklären.

Denken, Lernen, Vergessen

Was hat es mit den Vorgängen beim Denken, Lernen und Vergessen eigentlich auf sich? Manches lernt man schnell, anderes begreift man nie. Was man eben noch wußte, ist oft schon nach Sekunden wieder weg. Frederic Vester zeigt auf seiner Kreuzfahrt durch das menschliche Gehirn eine völlig neue Richtung der Gehirnforschung: die Biologie der Lernvorgänge. Auf eine sehr klare und anschauliche Art führt er den Nachweis, daß alle Mühe vergebens ist, wenn man beim Lehren und Lernen gegen die biologischen Grundgesetze verstößt.
Die Bedeutung von Vesters Erkenntnissen ist heute größer denn je.

Vester, Frederic
Denken, Lernen, Vergessen
Was geht in unserem Kopf vor, wie lernt das Gehirn, und wann lässt es uns im Stich?
Mit Abbildungen, 272 Seiten, ISBN 3-423-33045-7, Euro 8,50

Hartmut von Hentig zeigt in diesem Buch auf, dass die heutige Schule ihre Schüler von sich entfremdet hat, weshalb das so ist, welche Zwänge im bestehenden System dominieren und was geschehen muss, damit dieser Zustand beendet wird: die Schule neu denken.

Hartmut von Hentig
Die Schule neu denken
Eine Übung in pädagogischer Vernunft
279 Seiten (März 2003), ISBN 3-407-22119-3, Euro 12,90

Die Schule von heute ist weit davon entfernt, Lebens- und Erfahrungsraum für lernende und sich bewährende Kinder zu sein. Sie entlässt die jungen Menschen manchmal kenntnisreich, aber in jedem Fall erfahrungsarm, erwartungsvoll, aber orientierungslos, ungebunden, aber auch unselbstständig und einen erschreckend hohen Anteil unter ihnen ohne jegliche Beziehung zum Gemeinwesen. Mit der Schärfung des Bewusstseins hiervon beginnt das Buch und leitet sodann die Leser in der jetzt notwendigen Anstrengung der Phantasie an. Es führt Beispiele gelungener Wandlungen vor und zeigt schließlich Übergänge, wie man von hier nach da kommt. In einem neuen, eigens für die Taschenbuchausgabe verfassten 48seitigen Vorwort, setzt sich Hartmut von Hentig zum ersten Mal ausführlich mit den Pisa-Studien, ihren Ergebnissen und vermeintlichen Folgen für die Schule in Deutschland auseinander.

Hartmut von Hentig
"Warum muss ich zur Schule gehen?"
Eine Antwort an Tobias in Briefen. (Ab 8 Jahre)
Carl Hanser Verlag, München 2001 ISBN 3446200401,
Gebunden 112 Seiten, 10,23 EUR

Prof. Dr. Kurt Singer
Die Würde des Schülers ist antastbar
Vom Alltag in unseren Schulen und wie wir ihn verändern können
rororo-Taschenbuch, Rowohlt Verlag,
3. Auflage 2002, 253 Seiten, € 8,90


Kurztext

Dieses Buch handelt von sogenannten Einzelfällen.
Diese „Einzelfälle“ können für Zehntausende von Schülerinnen und Schülern zum Schicksal werden. Immer wieder beklagen Kinder, Jugendliche und Eltern ihre Ohnmacht gegenüber „schwierigen“ Lehrern, die ihre Erziehungs-Macht missbrauchen. Diese „Einzelfälle“ stellen Kinder bloß, demütigen sie, lachen sie aus, lassen sie an Prüfungsfragen „hängen“, bedrohen oder disziplinieren sie mit schlechten Noten. Sie lesen ohne Einverständnis der Jugendlichen missglückte Arbeiten vor, blamieren Schüler, rufen sie auch dann auf, wenn diese sich nicht zu Wort melden und in eine peinliche Situation geraten. Gefürchtete Lehrer erschrecken Kinder durch unangesagte Proben, plötzliches „Drannehmen“ , entgegen jeglicher lernpsychologischer Einsicht. Sie kreiden ihnen ausschließlich Fehler an und sehen nicht, was geglückt ist.

Baum der Erkenntnis

Die Ergebnisse der PISA- und IGLU-Studien haben eine bundesweite Diskussion über den Zustand des deutschen Bildungswesens ausgelöst. Dabei richten sich die Blicke natürlich auch auf diejenigen Länder, die bessere Ergebnisse erzielt haben: Was machen sie anders als wir, um ihren Kindern solch gute Leistungen zu ermöglichen? Antworten darauf kann der Lehrplan der Gemeinde Halmstad/Schweden geben, der jetzt übersetzt vorliegt. Er verdeutlicht in hervorragender Weise die ganzheitliche Sicht auf das Kind, die das schwedische Bildungswesen kennzeichnet. Hier werden die gesamtschwedischen Lehrpläne für Vorschule und obligatorische Schule zusammengefügt, so dass man in ihm die Entwicklung und das Lernen des Kindes vom ersten bis zum 16. Lebensjahr verfolgen kann. Dieser Lehrplan hat die Form eines Baumes: „Kunskapens Träd – Baum der Erkenntnis“. Die Wurzeln des Baumes beschreiben die Entwicklung des Kindes aus fünf verschiedenen Perspektiven: sozial, gefühlsmäßig, intellektuell, motorisch und sprachlich. In der Krone findet man sämtliche Ziele der schwedischen Grundschule.

Das Buch ist zum Preis von 7 Euro plus Versandkosten zu beziehen bei:

Marianne und Lasse Berger, Rotdornallee 89, 28717 Bremen,
E-Mail:
berger_lm@web.de



Spätestens seit den Ergebnissen der Pisa-Studie wissen wir: Deutschlands Schulsystem ist nicht konkurrenzfähig. Weder schafft es die Schule, sozial schwache Schüler zu fördern, noch regt sie besonders Begabte zu Höchstleistungen an. In Deutschland gilt Schule als Paukeinrichtung, in die man notgedrungen von 8 bis 13 Uhr geht. Danach fängt die große Freiheit an. Dabei könnte man Schule auch anders organisieren: mit locker verteilten Stundenblöcken, unterbrochen von Mittagessen und Freizeitangeboten. Wenn der starre Vormittagsbetrieb im 45-Minuten-Takt aufgehoben wird, können auch neue pädagogische Konzepte erprobt werden. Beispiele von unterschiedlichen Ganztagsschulen zeigen, dass Lernen auch Spaß machen kann und dass Schulbildung mehr ist als Mathe und Latein.

Jeanne Rubner
Bilden statt pauken
Für eine neue Lernkultur an unseren Schulen

2003. 215 S. ISBN: 3550075693, 16,00 EUR

Gerd E. Schäfer (Hrsg.): Bildung beginnt mit der Geburt. Förderung von Bildungsprozessen in den ersten sechs Lebensjahren. Weinheim, Berlin, Basel: Beltz 2003, 199 Seiten, EUR 16,90

Wassilios E. Fthenakis (Hrsg.): Elementarpädagogik nach PISA. Wie aus Kindertagesstätten Bildungseinrichtungen werden können.
Verlag Herder 2003, 376 Seiten, Euro 19,90

Wassilios E. Fthenakis, Pamela Oberhuemer (Hrsg.): Ausbildungsqualität Strategiekonzepte zur Weiterentwicklung der Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern, Luchterhand, Neuwied, Kriftel, Berlin 2002.

Spitzer, Manfred
2003. 500 S. 93 Abb.
13 cm x 21 cm. Geb. m. SU., 29.95 €
 

Lernen
Gehirnforschung und die Schule des Lebens


Dieses anregend und kompetent geschriebene Buch ist ein Plädoyer gegen Vorurteile: "Schüler sind nicht dumm, Lehrer sind nicht faul und unsere Schulen sind nicht kaputt. Aber irgendetwas stimmt nicht."



Griebel, Wilfried; Renate Niesel:
Abschied vom Kindergarten - Start in die Schule. Grundlagen und Praxishilfen für Erzieherinnen, Lehrkräfte und Eltern, Don Bosco, München 2002.

Martin R. Textor: Projektarbeit im Kindergarten. Planung, Durchführung, Nachbereitung, Herder, Freiburg, Basel, Wien 1995, 7. Aufl. 2002

Die Zukunft lernt im Kindergarten
Donata Elschenbroich -
Weltwissen der Siebenjährigen
 
2001, München, Kunstmann Verlag, 260 S., 16.90 € (HC)
2002, München, Goldmann, 284 S.,   9.90 € (TB)

 

 

Ulrich Janßen / Ulla Steuernagel:
Die Kinder-Uni
Forscher erklären die Rätsel der Welt
Verlag DVA

224 Seiten, Halbleinen, farbig illustriert von Klaus Ensikat

ISBN:

3-421-05695-1, 19.80 €



Michael Schratz, Lars Bo Jakobsen, John MacBeath, Denis Meuret

Serena, oder: Wie Menschen ihre Schule verändern
Schulentwicklung und Selbstevaluation in Europa
Studien Verlag Innsbruck 2003. 24,50 Euro
ISBN 3-7065-1587-3

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Wie Schule gelingt - Filmeindrücke von Reinhard Kahl

Die Kita-Qualitätskampagne des
Bündnisses für Kinder und Familien
in Niedersachsen e.V. startet jetzt!

"Das Einmaleins der frühkindlichen Bildung"
Für gute Rahmenbedingungen in der
Tagesbetreuung von Kindern!

Die Elterninitiative SINN e.V. ist
Bündnismitglied und unterstützt
diese Qualitätskampagne.

Mehr Infos hier: >>

Dr. Falko Peschel
"Offener Unterricht"

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